Rezertifizierung der Stroke Unit am EK Unna
Nachricht vom: 28. Juni 2012
Zur erfolgreichen Rezertifizierung trug neben der strukturellen Entwicklung auch die gute Anbindung der Stroke Unit an die anderen Fachdisziplinen des Krankenhauses bei wie die interventionelle Radiologie, Gefäßchirurgie und Kardiologie sowie die enge Zusammenarbeit im speziell in der Schlaganfallbehandlung geschultem Therapeutenteam aus Physio-, Ergo- u. Sprachtherapeuten sowie Ärzten und Krankenpflege.
Gerade bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten ist es wichtig, unnötige Zeitverluste zu vermeiden. „Je schneller wir einen Patienten behandeln, desto größer sind die Chancen, dass er keine Folgeschäden behält“, schildert Dr. Heidi Silberg. Konkret heißt das: Um bei einem Patienten eine Erfolg versprechende Lyse-Therapie mit speziellen Blut verdünnenden Medikamenten einleiten zu können, dürfen nach Auftreten der ersten Symptome maximal 4,5 Stunden vergehen. Die Zeit, die im Evangelischen Krankenhaus nach Einlieferung eines Patienten für Untersuchungen, Diagnostik und weitere Maßnahmen vergeht, bis bei einem Patient die Lyse-Therapie eingeleitet wird, beträgt weit weniger als 60 Minuten. „Wir haben unser Ziel, die „door-to-needle-time“ (übersetzt: von-der-Tür-bis-zur-Nadel-Zeit) weiter zu senken gut erreicht“, so Dr. Heidi Silberg.
Ziele der Stroke Unit sind
• in den ersten Stunden nach Schlaganfall durch den differenzierten Einsatz neuer Therapieverfahren überlebensfähiges Hirngewebe zu retten (Hirninfarktbegrenzung) und gleichzeitig eine geeignete Sekundärprophylaxe, d.h. Maßnahmen zum Schutz vor weiteren Schlaganfallsereignissen, einzuleiten.
• in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall unter kontinuierlicher Monitorüberwachung (Intensivüberwachung) Komplikationen zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen und unverzüglich zu behandeln, um Folgeschäden zu vermeiden.
• in den ersten Tagen nach einem Schlaganfall unter Einschaltung krankengymnastischer, ergotherapeutischer, logopädischer Kapazität und des Sozialdienstes bereits eine der neurologischen Symptomatik entsprechende Frührehabilitation einzuleiten.
„Sowohl die Rezertifizierung, aber auch die drei jährlichen Audits, die dazwischen liegen, haben gezeigt, dass sich das Qualitätsmanagementsystem (QM) bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stroke Unit am EK als Selbstverständlichkeit etabliert und verfestigt hat“, erläutert QM-Beauftragte Anja Wordel, „die Festschreibung aller Arbeitsabläufe hilft enorm, Routineabläufe zu verbessern, die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu stärken und Unsicherheiten gar nicht erst aufkommen zu lassen.“




