Geriatrieverbund stellt sich bei Symposium am 18. Oktober vor

Wir werden immer älter und mit der Zahl der Lebensjahre steigt leider auch oft die Zahl der Krankheiten. Dieser Herausforderung des demografischen Wandels stellen sich die konfessionellen Krankenhäuser des Kreises Unna schon seit vielen Jahren, einige Kliniken besitzen bereits eine Geriatrie, in der ältere Patienten interdisziplinär behandelt werden. Um diese Entwicklung in der Altersmedizin weiter voranzutreiben, kooperieren die Krankenhäuser gemeinsam mit niedergelassenen Ärzten, dem Kreis Unna und dem LWL. Am 18. Oktober präsentiert sich dieser Geriatrieverbund erstmals einem Fachpublikum.

Zu dem Verbund gehören: Marien Krankenhaus Schwerte, Katholischer Hospitalverbund Hellweg, Evangelisches Krankenhaus Unna, St.-Marien-Hospital Lünen, St. Christophorus Krankenhaus Werne, das Ärztenetzwerk „Mein Gesundheitsnetz“, die LWL-Klinik-Dortmund als Spezialist für den Bereich der Geronto-Psychiatrie, Dr. Paul Jansen als niedergelassener Geriater und Vertreter von „Mein Gesundheitsnetz“ sowie der Kreis Unna als zuständige Behörde im Bereich Gesundheit und Sozialplanung. 2014 formal gegründet, arbeiten die Mitglieder seither an einer engen Vernetzung der Partner untereinander und stehen weiteren, an geriatrischen Fragen Interessierten offen.

„Unser wichtigstes Ziel ist die Verbesserung einer wohnortnahen Versorgung der Patienten“, erklärt Dr. Dietmar Herberhold, Stiftungsvorstand des EK Unna und Sprecher des Verbundes. Auf Platz zwei der Arbeitsziele steht die qualitativ hochwertige Behandlung durch Einsatz altersmedizinischer Standards. Dafür ist ein reger Wissenstransfer zwischen den stationären und ambulanten Versorgern wichtig.

Denn die Altersmedizin ist eine relativ junge Fachdisziplin für sich, wie Dr. Harald Günther, Chefarzt der geriatrischen Klinik und Tagesklinik am St.-Marien-Hospital Lünen erläutert. Nicht eine akute einzelne Krankheit stehe im Fokus der Behandlung. „Thema ist vielmehr der alte Mensch, der durch die Summe seiner Verschleißerscheinungen und einer Vielzahl von Krankheiten und ihren Auswirkungen eingeschränkt ist“, sagt Harald Günther. Die Geriatrie könne helfen, Folgeprobleme von akuten Krankheiten zu minimieren, Medikamente anzupassen und möglichst viel Lebensqualität und Eigenständigkeit zu erhalten oder wieder zu gewinnen.

Entscheidend ist dabei aber auch die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. Dr. Paul Jansen von „Mein Gesundheitsnetz“ begrüßt daher den Geriatrieverbund als Netzwerk, in dem sich die verschiedenen Berufsgruppen und Therapeuten abstimmen und austauschen. Unverzichtbarer Partner der Krankenhäuser, niedergelassenen Ärzte und Pflege-Institutionen ist auch der Sozialplaner des Kreises Unna, Hans Zakel. In der Stabsstelle Planung und Mobilität  laufen die Daten zur demografischen Entwicklung im Kreis Unna zusammen, sie ist Anlaufstelle für übergeordnete Behörden, wenn es um eine bedarfsgerechte Versorgung der Patienten im Kreis Unna mit geriatrischen Angeboten geht.

Das Netzwerk Geriatrieverbund stellt sich am 18. Oktober im Rahmen eines Symposiums in Haus Opherdicke vor. Zwischen 15 und 19 Uhr erwartet die Besucher eine Reihe von Fachvorträgen, unter anderem zur Geschichte der Krankenhäuser im Kreis Unna, zur Kooperation mit dem LWL und zu geriatrischen Themen. Außerdem ist eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Geriatrie - Quo vadis?“ geplant. Diskussionspartner sind neben Harald Günther und Paul Jansen der Geschäftsführer des Katholischen Hospitalverbundes, Christian Larisch, Jochen Laible, Krankenpfleger der Diakonie Ruhr-Hellweg und Thomas Drees, Regionaldirektor der AOK NORDWEST. Die Moderation übernimmt Bärbel Wiedermann, Vorsitzende der Ärztekammer Westfalen-Lippe (Versorgungsbezirk Dortmund).

Die Veranstaltung steht allen offen, die einen Schwerpunkt in der Versorgung geriatrischer Patienten haben oder partiell daran mitwirken. Aus Platzgründen ist eine Anmeldung dringend erforderlich bis zum 12.10. 2017 bei: hans.zakel@kreis-unna.de.

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