Gut besuchte Abendvisite zum Schlaganfall am EK Unna
Nachricht vom: 10. Mai 2012
Es ist unser Anliegen“, so Professor Dr. Zaza Katsarava, Chefneurologe am EK Unna, „Sie zu ermutigen, sofort die 112 zu rufen, sobald Sie Symptome eines Schlaganfalls bemerken, denn das ist ein absoluter Notfall.“ Weil der Schlaganfall - anders als ein Herzinfarkt – nicht weh tut und die Symptome in manchen Fällen nur vorübergehend, z. B. für fünf Minuten, auftreten können, scheuen viele Menschen einen Fehlalarm.
„Weniger als jeder zehnte Schlaganfallpatient kommt innerhalb der ersten Stunde nach Auftreten der Symptome ins Krankenhaus. Und auch innerhalb der ersten drei Stunden ist es nicht einmal jeder Dritte. Dabei ist das die maximale Zeitspanne, in der es möglich ist, Blutgerinnsel und damit die Verstopfung im Blutgefäß mithilfe von Medikamenten aufzulösen“, sagt Dr. Heidi Silberg. Sie ist Expertin auf dem Gebiet der Neurologie und leitet bereits im vierten Jahr unter oberärztlicher Funktion die von der Deutschen Schlaganfallgesellschaft zertifizierte Stroke Unit im EK Unna.
Schnelltest
Mit einem Schnelltest, den das EK Unna zum Download - auch in Verbindung mit einem Gewinnspiel zum Download anbietet, lassen sich die Vorboten und die Symptome beim Verdacht auf Schlaganfall fix identifizieren:
Gesicht: Oft ist beim Schlaganfall das Gesicht einseitig verzogen. Ein Mundwinkel hängt herunter, oft kommt es zu Sehstörungen (plötzliche Erblindung eines Auges, Doppelbilder, Einschränkung des Gesichtsfelds).
Arme: Das Heben eines Armes ist einseitig erschwert. Es gibt ein Taubheitsgefühl sowie Lähmungserscheinungen auf einer Seite.
Sprache: Das Nachsprechen eines Satzes ist nicht möglich, Silben sind verdreht, falsche Buchstaben werden verwendet.
Notfall-Checkliste
Wer einen Schlaganfall bei sich oder seinem Mitmenschen vermutet, ist aufgerufen, Sofortmaßnahmen zu ergreifen, die das EK-Unna in Form einer Notfall Checkliste ebenfalls zum Download anbietet:
1. 112 wählen
2. Beengende Kleidungsstücke wie Gürtel, Krawatten oder Hemdkragen lockern
3. Den Patienten in die stabile Seitenlage bringen, wenn er nicht mehr sitzen kann
4. Gegebenenfalls Essen oder eine Zahnprothese aus dem Mund entfernen, damit der Betroffene nicht erstickt
5. Uhrzeit und Arzneimittel notieren, gegebenenfalls die Medikamente dem Notarzt mitgeben
6. Möglicherweise einen kleinen Übernachtungskoffer für den Krankenhausaufenthalt packen
7. Ruhe bewahren und den Patienten beruhigen, bis der Notarzt eintrifft
Stroke Unit
Geht aus dem Notruf hervor, dass ein Schlaganfall vorliegt, transportieren Rettungssanitäter und Notarzt den Patienten umgehend in ein Krankenhaus mit einer Stroke Unit, der Spezialstation für Schlaganfall-Patienten. Sie leistet rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche Akuthilfe. An zentraler Stelle überwachen Ärzte und Pfleger die Vitalfunktionen des Patienten am Monitor.
„Schlagartige Hilfe setzt zudem eine reibungslose interdisziplinäre Behandlung innerhalb einer Stunde nach Einlieferung des Patienten voraus“, erläutert Pro-fessor Dr. Zaza Katsarava, neurologischer Chefarzt im EK Unna und erklärt weiter: „Eine wichtige Ergänzung zur Arbeit unserer Spezialeinheit stellen die gefäßchirurgischen Interventionsmöglichkeiten – bspw. durch Operationen an der Halsschlagader - der Klinik für Gefäßchirurgie unter Chefarzt Dr. Johannes Wilde dar. Auch die Zusammenarbeit mit der Abteilung für Interventionelle Radiologie unter der Leitung von Dr. Norbert Keck leistet wertvolle Dienste. Hier können Gerinnsel unter bildgebenden Verfahren - gesteuert durch dünne Katheder - entfernt werden.




