Landesweite Aufklärung - EK Unna dabei

Unnas Krankenhäuser zeigen im Kampf gegen multiresistente Erreger gemeinsam Flagge. Das Evangelische Krankenhaus (EK) Unna und das Katharinen-Hospital beteiligten sich an der landesweiten Hygiene-Initiative der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen und informierten mit der Ausstellung unter dem Titel „Gemeinsam Gesundheit schützen. Keine Keime – Keine Chance für multiresistente Erreger“ über dieses sensible und wichtige Thema.

Ziel der Ausstellung, die der Dachverband der rund 370 Krankenhäuser in NRW konzipiert hatte, ist die Aufklärung über antibiotikaresistente Krankheitserreger, Infektionsschutz und Hygiene. Allerdings ist der plakative Titel „Keine Keime“ nicht wörtlich zu verstehen. Schließlich gehören Keime zum Leben, zum menschlichen Organismus nicht nur dazu, sie sind sogar lebenswichtig.Gleichzeitig haben Krankenhäuser die Aufgabe, die durch Krankheiten geschwächten Patientinnen und Patienten vor einer weiteren Übertragung der multiresistenten Keime zu schützen.Zu den umfangreichen Schutzmechanismen gehören die Aufklärung über die notwendigen Hygienemaßnahmen für Patienten und Besucher sowie regelmäßig auch Schulungen für Mitarbeiter, Begehungen und Laboruntersuchungen.

Grundsätzlich gilt: Risikopatientenwerden auf eine mögliche Keim-Besiedelung  untersucht, sobald sie ins Krankenhaus kommen. Dieses Screening mit bakteriologischen Abstrichen (z.B. aus Nase und Rachen) erfolgt entsprechend den Vorgaben des Robert-Koch-Institutes. Zur Gruppe der Risikopatienten gehören unter anderem Bewohner aus bestimmten Pflegeeinrichtungen oder Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, da dort in der natürlichen Umgebung vermehrt resistente Keime vorhanden sind.

Die Hygienefachkräfte der Unnaer Kliniken – im EK Unna ist Andrea Heinemann zuständig und die hygienebeauftragten Ärzte – tauschen sich außerdem in (regionalen) Netzwerken regelmäßig aus und arbeiten in enger Abstimmung nach den gesetzlichen Vorgaben zur Hygiene.

Tritt trotz aller vorbeugenden und kontrollierenden Maßnahmen doch ein multiresistenter Keim auf, greifen Schutzmaßnahmen. So werden Patienten mit multiresistenten Keimen konsequent isoliert. Kontaktpersonen werden bis zur Überprüfung des Keimstatus ebenfalls, jedoch gesondert untergebracht, isoliert. Der zuständige hygienebeauftragte Arzt Dr. Uwe Devrient (EK Unna, leitender Oberarzt Innere Medizin) stellt in solchen Fällen eine zunehmende Akzeptanz bei Patienten und Angehörigen fest. „Von diesen Schutzmaßnahmen profitieren alle: Patienten, Angehörige und Besucher.“

Gleichwohl bestehen immer noch viele Fragen und Unsicherheiten, wie Dr. med. Bernhard Jungnitz aus seiner Arbeit als zuständiger Amtsarzt und Vertreter des Kreises Unna als Überwachungsbehörde weiß. „Viele Menschen glauben irrtümlich, es müssten im Privathaushalt oder auch zum Beispiel in Pflegeheimen die gleichen strengen hygienischen Bedingungen gelten wie im Krankenhaus. Das ist nicht nötig“, erklärt Dr. Jungnitz.

Dennoch kann jeder Einzelne eine Menge für das Motto der landesweiten Hygiene-Initiative „Keine Keime“ tun. Eine einfache und gleichzeitig sehr wirkungsvolle Maßnahme ist vor allem die Händedesinfektion beim Besuch im Krankenhaus.

Insofern wirkt die Ausstellung lange über den eigentlichen Termin hinaus: Die Spender für die Händedesinfektion in den Eingängen des EK und auf den Stationen müssen seither häufiger befüllt werden.

Hintergrund-Information: Was sind multiresistente Erreger? Resistent bedeutet widerstandsfähig. Resistente Erreger sind Krankheitskeime, die eine Widerstandsfähigkeit gegen die zur Behandlung der Infektion eingesetzten Medikamente (Antibiotika) entwickelt haben. Multiresistente Erreger sind generell nicht aggressiver oder verursachen häufiger Infektionen als die nicht multiresistenten Bakterienstämme. Ihre Gefährlichkeit besteht darin, dass im Falle einer Infektion ein Großteil der Medikamente wirkungslos ist.

Videobotschaft von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft http://www.keine-keime.de/aktuelles.html