Erstklassige Referenzen für das orthopädische Hüft-Referenzzentrum am EK Unna
Nachricht vom: 28. Juni 2012
„Dieses Ergebnis unterschreibe ich voll und ganz“, kommentiert Ute Wessel die AOK-Auszeichnung. Die Spitzensportlerin, die vor 26 Jahren in Los Angeles olympisches Gold im Florettfechten holte und heute mehrfache Seniorenweltmeisterin ist, ließ sich vor drei Jahren ein Titangelenk in Unna ein-setzen, nachdem ihre Hüfte unter der Belastung enorm gelitten hatte.
„Unser Hüftgelenk ist generell enormen Belastungen ausgesetzt“, fügt Cheforthopäde Pothmann erläuternd hinzu, „auf einem fünf Kilometer langen Spaziergang zum Beispiel 10.000 Mal mit einer Druckbelastung des Hüftkopfes von dem ca. 3-fachen des Körpergewichtes bei jedem Schritt. Verschleiß, Entzün-dungen, starke Belastungen, Unfälle, angeborene Fehlstellungen oder das Alter führen dazu, dass Hüftgelenke sich verformen und ihre Funktion verlieren können. Zunächst schmerzt die Hüfte unter Belastung, später auch im Ruhezustand. Ein Verschleiß des Gelenkknorpels (Arthrose) ist die häufigste Ursache für den Einsatz eines neuen Hüftgelenks. Anfangs helfen Krankengymnastik, Elektrotherapie, Bäder und Medikamente gegen die Schmerzen und die zuneh-mende Unbeweglichkeit. Doch irgendwann sind diese Möglichkeiten ausgeschöpft. Dann bietet es sich an, Hüftkopf und Hüftschale durch ein künstliches Gelenk zu ersetzen. Ein neues Gelenk, das heißt ein neues Leben in Bewegung.“
Neues Leben in Bewegung
Dank eines minimal invasiven Zugangs mit einem kleinen, etwa 7 cm langen Leistenschnitt zur Hüftkugel werden bei der OP keine wichtigen Muskeln durch-trennt. Muskeln und Sehnen mit abgewinkelten Spezialinstrumenten zur Seite schieben – dieser Methode, die die Uniklinik Innsbruck lehrt, ist es zu verdanken, dass die Patienten schnell wieder auf die Beine kommen. Schon kurz nach der Operation sind mit den implantierten Gelenken Gehübungen möglich. Nach vier, fünf Tagen können viele Patienten schon wieder nahezu schmerzfrei an Stützen hinkfrei gehen. „Eine schnelle Mobilisierung minimiert das Risiko einer Thrombose und fördert die Heilung“, so Pothmann, „die Wahrscheinlichkeit, nach einer Hüftprothesenoperation wieder schmerzfrei gehen zu können, liegt weit über 90 Prozent.“
Für die diplomierte Sportlehrerin Ute Wessel bedeutet das nicht nur, dass sie ihren Beruf ausüben und den Nachwuchs trainieren kann sondern auch, dass der Griff in die Medaillenkiste immer noch möglich ist: Erst im vergangenen Jahr erhielt Wessel Silber im Seniorenfechten zum EM-Abschluss.
„Natürlich freuen wir uns sehr mit Frau Wessel“, merkt der Cheforthopäde dazu an und kann gleichzeitig seine ärztliche Fürsorge nicht verbergen: „Abrupte Bewegungsabläufe, Stoßbelastungen, Erschütterungen und Drehbewegungen sind eher ungünstig für Menschen mit künstlichen Hüftgelenken. Ich rate zu Sportarten mit gleichmäßigen, fließenden Bewegungen: zum Beispiel Schwimmen mit Kraulschlag der Beine, Radfahren, Wandern ohne Gefälle, Skilanglauf und Gymnastik.“
Gute Teamarbeit
In der positiven Bewertung sieht Cheforthopäde Dr. Pothmann einen Erfolg für das gesamte Krankenhaus: "Über den Operationserfolg, der uns hier bescheinigt worden ist, entscheiden mehrere Faktoren: die Routine des OP-Teams - und hier sind insbesondere die beiden Oberärzte der Orthopädie, Dr. Jög Heinzkyll und Dr. Axel Küpper mit ihrer großen Erfahrung hervorzuheben - sowie die reibungslose Zusammenarbeit mit anderen klinischen Bereichen wie der Anästhesie und Intensivmedizin.“ Bei allen größeren Operationen wird das patienteneigene Blut während des Eingriffes aufgefangen, in einem sogenannten „Cell-Saver“ gesammelt und gereinigt und bei Bedarf dem Patienten zurückge-führt, so dass Fremdbluttransfusionen kaum noch erforderlich sind.
Nicht zu vergessen", so Dr. Pothmann, "ist die Abstimmung zwischen Klinik und Verwaltung. Ein Operateur ist letztlich auch auf die Bereitstellung von Spezialinstrumenten und prothetische Materialien angewiesen, die er implantieren kann, um gute Ergebnisse zu erzielen. Modernste hoch entwickelte Endoprothesen sowie ein differenziertes umfangreiches Prothesenlager machen es möglich, den Gelenkersatz weitestgehend an die speziellen Bedürfnisse des Patienten anzupassen, was zu einer ausgesprochen langen Haltbarkeit führt.“




