Überraschungs-Baby im EK: Kleiner Junge hatte es sehr eilig

Babys kommen im Evangelischen Krankenhaus (EK) Unna seit der Schließung der Geburtshilfe und Gynäkologie schon seit mehr als zehn Jahren nicht mehr zur Welt. Eigentlich. Ein ca. 3000 Gramm schwerer Junge machte jetzt eine Ausnahme. Am 9. März um 3.07 Uhr kam der Kleine in der Notaufnahme des EK zur Welt – gesund und munter wie auch seine Mutter, eine 33 Jahre alte Frau aus Syrien, die seit drei Jahren mit ihrer Familie in Menden lebt.

Nur zehn Minuten zuvor war die 33-Jährige mit Mann und ihren zwei Töchtern (6 und 4 Jahre) in der Notaufnahme angekommen. Die junge Frau klagte über Bauchschmerzen, war hochschwanger, der Geburtstermin stand unmittelbar bevor, wie die diensthabende Ärztin erfuhr. Dr. med. (Uni Belgrad) Gabriela Jovicic-Ulrich aus der Klinik für Innere Medizin und zwei Krankenschwestern, die direkt zur Unterstützung dazu geeilt waren, mussten umgehend reagieren. In weniger als zehn Minuten erblickte der Junge das Licht der Welt, rosig, rund drei Kilo schwer und lautstark. „Der Vater konnte die Nabelschnur durchtrennen“, erzählte Dr. Jovicic-Ulrich später lachend. Mit dem herbeigerufenen Babynotarztwagen wurden Mutter und Kind zur weiteren Versorgung in die Geburtshilfe des Katharinen-Hospitals gebracht. Dorthin hatte die Familie aus Menden vermutlich direkt gewollt, sich aber offenbar vertan und war so im EK gestrandet. „Es war ein großes Glück für alle Beteiligten, dass wir zu dem Zeitpunkt keine anderen schwerverletzten Patienten in der Notaufnahme oder im OP zu versorgen hatten und dass die Geburt so reibungslos und schnell verlief“, sagt Gabriela Jovicic-Ulrich, die sich – wie auch die „Geburtshelferinnen“ Schwester Pia und Schwester Rebecca von der Notaufnahme - mit den jungen Eltern über den neuen Erdenbürger freut.