Geriatrie ist neue Hauptabteilung mit 35 Betten im EK Unna

Die Altersmedizin - unter Leitung von Chefärztin Dr. Heidi Silberg (Foto) - bildet laut Landeskrankenhausplan NRW eine neue zentrale Hauptabteilung im EK. Diese gute Nachricht erreichte Stiftungsvorstand Dr. Dietmar Herberhold jetzt in Form eines Feststellungsbescheids der Bezirksregierung Arnsberg.  Damit wird formell anerkannt, worauf das EK in den vergangenen Jahren kontinuierlich hingearbeitet hat: die aus der Neurologie hervorgegangene Geriatrie als eigenständige Fachabteilung auf- und auszubauen.

„Die Anerkennung der Altersmedizin als Hauptabteilung ist ein wichtiger Meilenstein in der medizinischen und pflegerischen Versorgung älterer Menschen im Kreis Unna“, freut sich Dietmar Herberhold über die Post aus Arnsberg.

35 Betten stellt die Altersmedizin – im Fachjargon als Geriatrie bezeichnet – unter der Leitung von Chefärztin Dr. Heidi Silberg. Der erfahrenen Neurologin und Geriaterin, seit rund 17 Jahren als Ärztin im EK Unna tätig, steht ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Physio-, Ergo-, Sprachtherapeuten, speziell in der Altersmedizin geschulten Pflegetherapeuten, Psychologen, Sozialarbeitern, Musik- und Entspannungspädagogen zur Seite. Sie alle kümmern sich um den geriatrischen Patienten: ein Mensch meist jenseits der 70 Jahre, mit mehreren alterstypischen Erkrankungen (beispielsweise Bluthochdruck, Diabetes oder Osteoporose),  altersbedingten Defiziten, aber selbstständig in seinem Alltagsleben. Erkrankt dieser Mensch akut (z.B. kommt es zum Oberschenkelhalsbruch), so ist das Risiko, ein Pflegefall zu werden, oftmals hoch. Hier setzt das multiprofessionelle Team der Altersmedizin an und verfolgt – gemeinsam mit dem Patienten - konsequent ein Ziel: so viel Hilfe wie nötig, so wenig Hilfe wie möglich einzusetzen, damit der Patient möglichst wieder in sein selbstständiges Leben zurückkehren kann.

Mit vier Betten startete das EK Unna seine geriatrische Abteilung Ende 2014 und baute sie Schritt für Schritt weiter aus. Parallel dazu hatte das Krankenhaus bereits 2013 die Anerkennung als Hauptabteilung beantragt und setzte damit einen bürokratischen Prozess mit Beteiligung vieler Institutionen in Gang, der nun nach sechs Jahren abgeschlossen ist. Rund 400 Patienten jährlich zählt die Geriatrie mittlerweile – Tendenz steigend, angesichts des demografischen Wandels und vor dem Hintergrund der im Kreis Unna überproportional wachsenden älteren Bevölkerungsgruppe. Um die medizinische Versorgung der „Alten“ in der Region zu verbessern, gründete das EK zudem Ende 2014 mit den konfessionellen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten den Geriatrieverbund Kreis Unna.

Die Zahl der Betten des Evangelischen Krankenhauses bleibt durch die neue Hauptabteilung unverändert. So wurden aufgrund der interdisziplinären Arbeit Kapazitäten aus anderen Bereichen wie etwa der Inneren Medizin oder der Chirurgie umverteilt.