Orthopädische Schmerztherapie

Eine Sonde gegen Rückenschmerzen

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Volkskrankheit Rückenschmerzen: Spinale Endoskopie/Epiduroskopie kann helfen

Ein Großteil der Bevölkerung leidet an Rückenschmerzen, in Deutschland sind es über 15 Millionen Patienten, die an chronischen Schmerzen leiden.

Viele davon leiden an Schmerzen der Wirbelsäule. Sehr oft sind die Ursachen für diese Schmerzen sehr schwer mit konventionellen bildgebenden Verfahren wie der Computertomographie oder MRT-Untersuchung erkennbar oder schwierig erkennbar.

Zusammen mit einer flexiblen, steuerbaren Sonde und einer Miniaturkamera (Mini-Endoskop) wird der Epiduralraum der Wirbelsäule gespiegelt - dabei handelt es sich um einen Spaltraum im Bereich der Rückenmarkshäute. So können anatomische Strukturen wie Bindegewebe, Nerven, Blutgefäße und Fettgewebe bildlich dargestellt und z. B. Verklebungen gelöst und Verwachsungen schonend entfernt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, über die Sonde entzündungshemmende Substanzen direkt in das entzündete und schmerzhafte Gebiet einzubringen.

Behandlungsablauf

Durch eine natürliche Öffnung im unteren Bereich der Wirbelsäule (dem so genannten Hiatus sacralis) wird eine flexible steuerbare Sonde in den Epiduralraum eingeführt. Dies findet unter örtlicher Betäubung und unter Röntgenkontrolle statt. Danach wird das Mini-Endoskop mit einem Durchmesser von nur einem Millimeter durch die Sonde in den Epiduralraum vorgeschoben.

Das medizinische Personal kann die Aufnahmen während des gesamten Eingriffs an einem Monitor beobachten und so anatomisch wichtige Strukturen und schmerzhafte Veränderungen erkennen und untersuchen.

Nachdem die Ursache für diese schmerzhaften Vorgänge lokalisiert wurde, kann eine gezielte Behandlung angeschlossen werden. Abhängig von konkreten Indikationen können Verklebungen gelöst, Verwachsungen mechanisch beseitigt oder Medikamente in chronisch entzündete Bereiche eingebracht werden.

In der Regel ist nach dem Eingriff ein kurzer stationärer Krankenhausaufenthalt zur Kontrolle erforderlich. Bei Auffälligkeiten wie Entzündungen im Wirbelkanal wird ein Katheter zur Schmerzbehandlung und zur Medikamentengabe im Wirbelkanal belassen, der kontinuierlich mit Medikamenten beschickt wird. Deshalb ist der stationäre Aufenthalt unabdingbar. Dadurch, dass man durch den Hiatus sacralis in den Wirbelkanal eindringt, wird die Verletzung von Rückenmarksstrukturen und Nervenbahnen vermieden. Das Risiko ist somit deutlich geringer als bei den Zugängen über die Lendenwirbelsäule.

Nach der Behandlung

Sollte während des Eingriffs neben der bildgebenden Diagnostik auch eine Therapie der Schmerzursache stattgefunden haben, sollten die Schmerzen in den Wochen nach der Behandlung abklingen. Nach einer Epiduroskopie sollten Patienten in ihren täglichen Aktivitäten nicht eingeschränkt sein. Körperliche Einschränkungen, die vor dem Eingriff bestanden, können weiterhin bestehen. Wie bei allen medizinischen Verfahren bestehen auch hier Risiken. Das Team der orthopädischen Schmerztherapie steht während der Sprechstunden für detaillierte Informationen über Risiken und angemessene Aktivitäten zur Verfügung.

Ziel der Behandlung

Die Epiduroskopie ist ein minimalinvasiver Eingriff und unterstützt die genaue Identifikation von Ursachen für chronische Schmerzzustände. Außerdem können Schmerzen im selben Schritt behandelt und somit eine nachhaltige Schmerzlinderung erreicht werden.

Indikation zur Epiduroskopie

Die Behandlung richtet sich an Patienten mit:

  • Voroperationen und Vernarbungen im Wirbelkanal
  • Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalverengungen, die mit Beschwerden zu den Befunden in der konventionellen Diagnostik (MRT, CT) zusammenhängen

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